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Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

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Moderator: Operaghost

Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 15.11.2014, 09:30

Mir kommt gerade die Frage in den Sinn, warum L!Erik eigentlich Cäsar, den Schimmel des Propheten entwendet und ihn ihn seine Entführung einbaut. Sieht er darin ein dramaturgisches Mittel, weil er die Entführung "romantischer" gestalten will? Quasi als "Ritter mit dem weißen Pferd"? Oder will er Christine nur beruhigen, die ja wirklich Cäsar wiedererkennt? Oder hatte es rein praktische Gründe, dass Erik die ohnmächtige oder gar betäubte Christine einfach nicht den gesamten Weg zu seinem Versteck tragen musste? Oder brauchte er Cäsar gar vorher zu ganz anderen Zwecken (Lasten transportieren oder so) und er war halt noch da und passte gerade gut in die Entführung? Momentan tendiere ich ja zu einer Mischung aus Cäsar als dramaturgisches Mittel mit dem Erik die Entführung mysteriöser gestalten wurde und Praktikabilität, dass er Christine nicht die ganze Zeit tragen musste. Andererseits geht Erik mit der Cäsar-Nummer auch ein Risiko ein. Im Falle einer Entdeckung kann man mit einem Pferd nicht so schnell einfach verschwinden wie Erik allein mit seiner "Beute" Christine. :-D Er scheint sich also sicher gefühlt zu haben.
If a man could pass through paradise in a dream,
and have a flower presented to him as a pledge that his soul had really been there,
and if he found that flower in his hand when he awoke - aye, and what then?
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon P.C. » 15.11.2014, 11:48

Ich tendiere ja zur praktisch-romatischen Erklärung. Nämlich ganz praktisch, Christine zu transportieren ob nun ohnmächtig oder nicht und dann durch den beruhigenden, "ritterlichen" Effekt eines schönen Pferdes. Und da L!Erik selber sagt, er liebe "das Dekorum", passt so ein weißes Pferd sicher gut in sein Konzept.
Lasten zu transportieren? Mh, wüsste nicht welche.
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 15.11.2014, 16:30

Als Last könnte ich mir z.B. Leichenwegschleppen (Buquet) vorstellen. Wobei er den auch per Seilwinde aus der Folterkammer hätte ziehen können ;-). Ansonsten gehe ich auch von der praktisch-dekorativen Variante aus.
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon P.C. » 15.11.2014, 16:48

Man müsste sich noch mal ransetzen und eine passende Zeitleiste basteln ... :aaah:
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 15.11.2014, 17:19

Das sollten wir gemeinsam bei nächsten "logieren" in Angriff nehmen. Macht zu zweit bestimmt auch viel Spaß :-D.
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon P.C. » 15.11.2014, 18:54

Gute Idee! Und das Schlusspunkt auf der nächsten Zeile steht, hat auch was! :-D (Oder ist das nur in meinem Browser so?)
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 15.11.2014, 20:31

Nö, ist bei mir jetzt nicht so, aber die Vorstellung hat was :-D.
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon E.M.K. » 30.11.2014, 15:14

Die "Entführung" des Pferdes hat ja zwei Effekte: Einerseits als Drohung gegen die Direktoren (die durchaus besorgt sind, dass ein Pferd spurlos verschwinden kann), andererseits bezweifle ich, dass Erik Christine durch die langen Gänge und Treppen und Rampen hätte tragen können ohne sich Rückenschmerzen einzuhandeln. Huckepack wie einen Rucksack hätte er sie tragen können, oder über die Schulter geworfen, aber auf den Armen, da hätte er einen Bandscheibenvorfall riskiert. Wir wissen ja nicht, wo genau die Wohnung liegt aber Christine beschreibt eine lange Reise (kann natürlich sein, dass Erik mehrere Umwege gemacht hat, damit Christine sich an den Weg nicht zu genau erinnert). Warum ausgerechnet Cäsar? Weil der das am besten trainierte Pferd ist und Erik scheint ihm noch ein paar Sachen extra beigebracht zu haben (so geht Cäsar automatisch in seinen Stall zurück als Erik keine Zeit für ihn mehr hat).
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon P.C. » 30.11.2014, 16:47

Ja, durchaus. Ich halte die Verwendung als Reittier als Hauptaufgabe von Cäsar. Und dann ist neben den Fähigkeiten das Tier wohl das Bekannteste in der Oper (und sicher auch sehr beliebt) wegen seiner Aufgaben auf der Bühne und somit passt auch seine Auswahl zu Erik und seinem "Dekorum-Fimmel".
Ob er vordergründig die Direktoren ärgern wollte, weiß ich nicht. Es ist wohl aber ein ihn amüsierender Nebeneffekt, dass das Phantom nicht nur Geld erpressen will, sondern auch noch die Stallungen der Oper plündert (vermeintlich, denn es wird ja nur vermutet).
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 30.11.2014, 18:16

Dekorum-Fimmel :-D. So ist es! - Ich denke einfach, Cäsar war auch ein äußerst gutmütiges Tier und insofern unproblematisch, weil es nicht nur an den Bühnenrummel gewöhnt war, sondern auch daran, ständig von anderen Personem geführt zu werden, insofern musste sich Erik da auch keine Sorgen machen, dass Cäsar sich gegen ihn sperren würde.
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Re: Cäsar - ein dramaturgisches Mittel?

Beitragvon la mort-aux-rats » 10.08.2015, 21:50

Mal was anderes zu Cäsar. Ich muss gerade grinsen, weil Lachenal ja behauptet, Cäsar sei gestohlen worden. Ob Erik Cäsar mit einer Karotte aus dem Stall gelockt hat? :rofl: Oder hat er ihn anderweitig "verschwinden" lassen? Ich meine, Eriks Tricks in Ehren, aber ich glaube, es ist nocht die leichteste Übung, ein Pferd durch z.B. eine Falltür verschwinden zu lassen. :-D
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